

Branding
Warum KI-Branding alle gleich aussehen lässt
KI macht alles leichter. Auch das Verschwinden.
Stell dir vor, zehn Ernährungsberaterinnen setzen sich gleichzeitig an ihren Laptop. Jede öffnet ein KI-Tool. Jede tippt sinngemäß dasselbe ein: „Erstelle mir eine Website für mein Ernährungscoaching. Zielgruppe Frauen, 30 bis 45. Natürlich, warm, professionell.“
Was glaubst du, kommt dabei raus?
Zehn Websites. Sanfte Erdtöne. Ein Foto mit einer Schale Granola. Irgendwo das Wort „ganzheitlich“. Ein Button, der sagt: „Jetzt Erstgespräch buchen.“ Und eine About-Seite, die klingt, als hätte eine höfliche Maschine versucht, einen Menschen zu beschreiben.
Alles korrekt. Alles hübsch. Aber allesamt austauschbar.
Das Versprechen und die Falle
KI-Tools machen gerade vieles leichter. Du kannst dir eine Website zusammenklicken, Texte generieren lassen, ein Logo erstellen, eine Farbpalette vorschlagen lassen. In einer Stunde steht etwas, das nach Business aussieht.
Und ich verstehe den Reiz. Wirklich. Wer jahrelang vor dem eigenen Auftritt prokrastiniert hat, für den fühlt sich das an wie eine Erlösung. Endlich sichtbar. Endlich was Vorzeigbares. Endlich raus aus dem Kopf, rein in die Welt.
Das Problem ist nur: Was leicht ist, macht jeder. Und was jeder macht, fällt nicht auf.
Die KI greift auf dieselben Daten zu, dieselben Muster, dieselben Best Practices. Sie liefert den Durchschnitt aller existierenden Lösungen. Und der Durchschnitt ist per Definition nicht unverwechselbar.
Das kennen wir schon
Das ist kein neues Phänomen. Als Canva populär wurde, sahen plötzlich alle Instagram-Posts gleich aus. Dieselben Vorlagen, dieselben Schriften, dieselbe Ästhetik. Als Squarespace und Wix Templates demokratisiert haben, konnte man Branchen an ihrem Website-Look erkennen, ohne den Inhalt zu lesen. Coach? Marmor und Serifen. Yoga? Beige und Aquarell. Handwerk? Dunkelblau und fette Grotesk.
Jedes Mal, wenn ein Tool etwas leichter macht, entsteht zuerst Begeisterung. Und dann Gleichförmigkeit. Weil alle denselben Ausgangspunkt nutzen, ohne vorher zu klären, wohin sie eigentlich wollen.
Die KI beschleunigt diesen Effekt nur. Sie macht nicht nur die Umsetzung leicht. Sie übernimmt auch das Denken. Und genau da wird es gefährlich.
Das eigentliche Problem sitzt vor dem Prompt
Wenn du einer KI sagst „mach mir eine professionelle Website“, bekommst du eine professionelle Website. Aber nicht deine. Du bekommst das, was die KI unter „professionell“ versteht. Und das ist das Gleiche, was sie allen anderen auch liefert.
Die KI kann nicht wissen, was dich von deiner Konkurrenz unterscheidet. Sie kann nicht wissen, welche Kund*innen du anziehen willst und welche nicht. Sie kann nicht wissen, welche Haltung du hast, was du ablehnst, wofür du wirklich stehst. Sie kann nur verarbeiten, was du ihr gibst.
Und wenn du ihr nichts gibst außer einer Branche und einer Zielgruppe, dann gibt sie dir eine Schablone zurück.
Das ist kein Versagen der Technik. Das ist ein Klarheitsproblem.
Klarheit ist der einzige Wettbewerbsvorteil, den du nicht prompten kannst
Ich sage das nicht, weil ich Technik schlecht finde. Im Gegenteil. Ich nutze KI selbst, jeden Tag. Aber ich nutze sie als Werkzeug, nicht als Ersatz für Entscheidungen.
Der Unterschied zwischen einer Website, die funktioniert, und einer, die auffällt, ist nicht das Tool. Es ist nicht die Vorlage. Es ist nicht mal das Design. Es ist die Klarheit dahinter. Die Fragen, die vorher beantwortet wurden. Wer bin ich? Für wen? Was will ich sagen, und was lasse ich bewusst weg?
Wer diese Fragen beantwortet hat, kann jedes Tool nutzen und trotzdem erkennbar bleiben. Wer sie nicht beantwortet hat, kann das beste Tool der Welt nutzen und trotzdem in der Masse verschwinden.
Eine ehrliche Frage
Wenn du dein Logo, deine Farben, deine Texte und deinen Seitenaufbau austauschen würdest mit jemandem aus deiner Branche: Würde es auffallen?
Wenn die Antwort nein ist, dann ist dein Problem nicht die Technik. Dann fehlt dir nicht das richtige Tool. Dann fehlt die Klarheit darüber, was dich eigentlich unverwechselbar macht.
Kein Prompt der Welt kann das für dich lösen. Aber eine ehrliche Auseinandersetzung mit dir und deinem Business schon.
Genau dafür gibt es die Clarity Session. Ein Gespräch, in dem Entscheidungen fallen.