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Über-mich-Seite: Findet sich deine Kundin darin wieder oder findet sie nur dich?

Die Über-mich-Seite ist auf den meisten Websites die am häufigsten besuchte Unterseite. Und gleichzeitig die, auf der am meisten verschenkt wird.

Weil die meisten Selbstständigen dort das Falsche tun: Sie erzählen ihren Lebenslauf. Studium, Stationen, Zertifikate. Vielleicht noch ein Satz über den Hund oder die Kinder, damit es menschlich wirkt. Und dann ein Foto, auf dem sie freundlich lächeln und einen Laptop halten.

Das Problem ist: Niemand liest deine Über-mich-Seite, weil er sich für deinen Lebenslauf interessiert. Menschen lesen sie, weil sie eine Frage haben. Und die lautet: Bist du die Richtige für mich?

Warum deine Über-mich-Seite kein Portrait von dir ist

Ich weiß, der Name ist irreführend. „Über mich" klingt, als solltest du über dich schreiben. Aber in Wahrheit ist diese Seite keine Selbstdarstellung. Sie ist eine Beziehungsseite.

Jemand ist auf deiner Website gelandet. Hat sich umgeschaut. Hat vielleicht einen Blogartikel gelesen oder dein Angebot überflogen. Und jetzt will diese Person wissen: Wer steckt dahinter? Kann ich ihr vertrauen? Versteht sie mein Problem? Passt sie zu mir?

Das sind die Fragen, die deine Über-mich-Seite beantworten muss. Alles andere ist Deko.

Und genau hier scheitern die meisten Seiten. Sie beantworten Fragen, die niemand gestellt hat. Dass du „leidenschaftlich" bist und „mit Herzblut" arbeitest. Das klingt nett. Aber es baut kein Vertrauen auf. Weil es austauschbar ist. Weil jede zweite Über-mich-Seite so klingt.

Die Frage, die du dir vorher stellen solltest

Bevor du auch nur einen Satz schreibst, stell dir eine Frage: Was soll jemand fühlen, wenn er diese Seite gelesen hat?

Die Antwort sollte sein: Wiedererkennung.

Deine Besucherin soll sich in deinem Text wiederfinden. Sie soll denken: Die versteht, wo ich gerade stehe. Die kennt mein Problem. Die redet nicht um den heißen Brei.

Das erreichst du, indem du die Perspektive umdrehst. Schreib weniger über dich und mehr über die Person, die liest. Beschreibe ihre Situation. Benenne, was sie frustriert, was sie sich wünscht, woran sie bisher gescheitert ist. Und dann zeig, warum du die Person bist, die genau dieses Problem lösen kann.

Dein Werdegang ist dabei Mittel zum Zweck. Er ist relevant, wenn er erklärt, warum du heute tust, was du tust. Er ist irrelevant, wenn er nur beweisen soll, dass du qualifiziert bist. Qualifikation interessiert deine Zielgruppe weniger, als du denkst. Was sie interessiert, ist Resonanz.

Was auf eine gute Über-mich-Seite gehört

Ich gebe dir jetzt kein Rezept oder Template. Aber ein paar Dinge, die den Unterschied machen.

Ein Einstieg, der die Leserin abholt. Fang bei ihr an, bei ihrem Problem, bei ihrer Situation. Zeig, dass du verstehst, wo sie steht. Erst danach kommst du ins Spiel.

Deine Geschichte, aber gefiltert. Erzähl die Teile deines Weges, die erklären, warum du tust, was du tust. Nicht alles. Nicht chronologisch. Nur das, was für deine Zielgruppe relevant ist. Wenn dein Umweg über eine andere Branche erklärt, warum du heute anders arbeitest als alle anderen in deinem Feld: rein damit. Wenn dein Abitur-Durchschnitt nichts zur Sache tut: raus damit.

Eine klare Haltung. Was glaubst du? Wofür stehst du? Wofür gar nicht? Eine Über-mich-Seite, die keine Position bezieht, filtert nicht. Und eine Seite, die nicht filtert, zieht nicht die Richtigen an.

Ein Beweis, dass du lieferst. Das muss kein Testimonial-Block sein. Es reicht eine kurze Erwähnung, wie du arbeitest, was deine Kundinnen danach anders machen, was passiert, wenn jemand mit dir zusammenarbeitet. Konkreter ist besser als abstrakt.

Ein klarer nächster Schritt. Die Über-mich-Seite ist kein Endpunkt. Sie ist eine Brücke. Wohin soll die Leserin als Nächstes gehen? Zu deinem Angebot? Zum Kennenlerngespräch? Zum Newsletter? Sag es. Klar und ohne Umwege.

Wie das in der Praxis aussieht

Meine eigene Über-mich-Seite beginnt mit dem Satz: „Ich bin nicht gut darin, mich selbst zu beschreiben." Das ist kein Zufall. Kein Lebenslauf, keine Jobtitel, keine Zertifikate. Stattdessen ein Satz, der ehrlich ist und entwaffnet. Danach kommt, wie ich arbeite. Dann ein Kundenzitat. Dann meine Geschichte, aber nur die Teile, die erklären, warum ich heute so arbeite, wie ich arbeite.

Und am Ende steht ein Satz, der filtert: „Wer bis hier liest, passt wahrscheinlich zu mir." Kein Verkaufsdruck und auch kein „Buch' jetzt". Nur eine Einladung an die Richtigen.

Das war nicht immer so. Auch meine Seite hat Versionen hinter sich, die sich nach Bewerbungsmappe angefühlt haben. Der Unterschied kam, als ich aufgehört habe zu fragen „Was soll hier stehen?" und angefangen habe zu fragen „Was soll jemand danach über mich denken?"

Die Fehler, die ich am häufigsten sehe

Ich überarbeite regelmäßig Über-mich-Seiten für meine Kundinnen. Und bestimmte Muster tauchen immer wieder auf.

Der Lebenslauf-Modus. Chronologisch von der Ausbildung bis heute, als wäre es eine Bewerbung. Das Problem: Es ist langweilig. Und es beantwortet keine der Fragen, die deine Besucherin wirklich hat.

Die Bescheidenheits-Falle. „Ich bin noch auf dem Weg" oder „Ich lerne jeden Tag dazu" klingt sympathisch, untergräbt aber deine Positionierung. Du musst dich nicht als Expertin inszenieren. Aber du darfst selbstbewusst sagen, was du kannst und warum.

Die Über-Emotionalisierung. Wenn jeder zweite Satz von „Leidenschaft", „Herzblut" und „Berufung" handelt, wird es beliebig. Echte Emotionalität entsteht durch konkrete Geschichten und ehrliche Einordnung. Durch Details, die man nicht faken kann.

Die Wir-Falle. Wenn du alleine arbeitest, schreib „ich". Nicht „wir bei Studio XY". Das „Wir" soll Größe suggerieren, aber deine Zielgruppe merkt es. Und es zerstört genau die Nähe, die eine Über-mich-Seite aufbauen soll.

Warum das alles mit Klarheit anfängt

Du kannst deine Über-mich-Seite nicht gut schreiben, wenn du nicht weißt, wen du ansprechen willst. Wenn du nicht weißt, wofür du stehst. Wenn du nicht klar hast, was dich von allen anderen unterscheidet, die das Gleiche anbieten.

Und genau da liegt der eigentliche Grund, warum so viele Über-mich-Seiten nicht funktionieren. Es fehlt die Klarheit darunter. Die Seite ist nur das Symptom.

Solange du nicht weißt, wer du als Marke bist, wirst du auf deiner Über-mich-Seite immer das Falsche schreiben. Du wirst zu viel erzählen oder zu wenig. Du wirst versuchen, allen zu gefallen, und dadurch niemandem auffallen. Du wirst Sätze formulieren, die korrekt sind, aber nicht berühren.

Bevor irgendetwas aussieht, muss irgendetwas klar sein. Das gilt für dein Logo, für deine Website und ganz besonders für die Seite, auf der du dich zeigst.

Und jetzt?

Schau dir deine Über-mich-Seite an. Lies sie so, als wärst du eine Fremde, die zum ersten Mal auf deiner Website landet. Und frag dich: Finde ich mich hier wieder? Oder finde ich nur dich?

Wenn die Antwort dich stört, ist das ein gutes Zeichen. Dann weißt du, wo du anfangen kannst.

Und wenn du diese Klarheit nicht alleine vor dem Bildschirm zusammenstückeln willst: Genau dafür gibt es die Clarity Session. Wir machen das gemeinsam. Bevor du auch nur einen Satz neu schreibst.

Wie geht es weiter?

Wenn dich der Artikel beschäftigt hat, gibt es zwei Wege:

Du weißt, dass du an deiner Marke arbeiten willst.

Dann ist die Clarity Session der direkte Weg. Zwei Stunden, in denen wir gemeinsam herausarbeiten, wofür dein Business wirklich steht.

Du willst erstmal sehen, wo du stehst.

Dann mach den Klarheits-Check. Sieben Fragen, fünf Minuten, für 0€ eine ehrliche Einordnung.

Wie geht es weiter?

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Du weißt, dass du an deiner Marke arbeiten willst.

Dann ist die Clarity Session der direkte Weg. Zwei Stunden, in denen wir gemeinsam herausarbeiten, wofür dein Business wirklich steht.

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Dann mach den Klarheits-Check. Sieben Fragen, fünf Minuten, für 0€ eine ehrliche Einordnung.