Sophie Kalkum von Studio Alma schreibt auf Whiteboard

Marketing

Wie aus Fremden Kundinnen werden. Ganz ohne Funnel.

Wenn ich in Gesprächen das Wort „Funnel“ sage, passiert meistens eins von zwei Dingen.

Entweder jemand rollt innerlich mit den Augen, weil der Begriff nach Webinar-Ketten, künstlicher Verknappung und E-Mails klingt, die alle so tun, als wären sie persönlich geschrieben.

Oder jemand nickt etwas unsicher, weil sie weiß, dass Funnel irgendwie wichtig sein sollen, aber nicht genau sagen könnte, was das im eigenen Business eigentlich bedeutet.

Beides verstehe ich.

Der Begriff ist verbrannt. Vielleicht nicht komplett, aber ordentlich angekokelt.

Und trotzdem steckt darunter ein Gedanke, der für Selbstständige relevant ist. Auch wenn du keine Launches machst. Auch wenn du keine automatisierte E-Mail-Sequenz hast. Auch wenn dein Business nicht daraus besteht, Menschen durch irgendeine Marketingmaschine zu schieben.

Eigentlich geht es um etwas viel Einfacheres.

Wie findet jemand zu dir?
Wie bleibt diese Person in deiner Welt?
Und wie wird daraus irgendwann eine Anfrage?

Das ist kein Trick. Es geht um einen Weg.

Der Begriff ist lauter als die Sache selbst

Wenn Menschen über Funnel sprechen, klingt es oft unnötig kompliziert.

Oben kommen viele rein. Unten kommen Kundinnen raus. Dazwischen gibt es Lead Magnets, Automationen, Conversion Rates, Upsells, Downsells und irgendein Schaubild mit Pfeilen, bei dem man schon beim Anschauen keine Lust mehr auf das eigene Business hat.

Kann man alles machen.

Muss man aber nicht.

Für die meisten Selbstständigen ist die viel wichtigere Frage nicht: Wie baue ich einen Funnel?

Sondern: Gibt es überhaupt einen nachvollziehbaren Weg zu mir?

Denn zwischen „Ich habe noch nie von dir gehört“ und „Ich möchte mit dir arbeiten“ liegt selten nur ein Klick. Vor allem nicht bei Dienstleistungen, die persönlich, beratend oder strategisch sind.

Menschen buchen nicht einfach, weil sie einmal deine Startseite gesehen haben.

Sie müssen dich einordnen können. Sie müssen verstehen, wofür du stehst. Sie müssen merken, ob deine Art zu denken zu ihnen passt. Sie müssen genug Vertrauen haben, um den nächsten Schritt zu gehen.

Das braucht Berührungspunkte.

Nicht hundert. Aber mehr als einen.

Empfehlungen sind schön. Aber kein System.

Viele Selbstständige verlassen sich fast komplett auf Empfehlungen.

Und ich verstehe total warum. Empfehlungen fühlen sich leicht an. Jemand erzählt einer anderen Person von dir, diese Person kommt mit einem gewissen Grundvertrauen und du musst nicht bei null anfangen.

Schön, wenn das passiert.

Aber Empfehlungen haben einen Nachteil: Du steuerst sie kaum.

Du weißt nicht, wann die nächste kommt. Du weißt nicht, wie jemand über dich spricht. Du weißt nicht, ob die Person dein Angebot richtig verstanden hat oder dich einfach „die mit Branding“ nennt, was ungefähr so präzise ist wie „die mit Internet“.

Empfehlungen können ein wichtiger Teil deines Business sein. Aber wenn sie der einzige Weg zu dir sind, hängt dein Wachstum ziemlich stark davon ab, dass andere Menschen im richtigen Moment deinen Namen sagen.

Das kann funktionieren.

Bis es eben nicht mehr funktioniert.

Ein klarer Weg ersetzt Empfehlungen nicht. Er ergänzt sie. Er sorgt dafür, dass auch Menschen, die dich nicht über drei Ecken kennen, verstehen können, warum sie bei dir richtig sind.

Finden, bleiben, buchen

Für viele Solopreneurinnen reicht ein sehr einfacher Aufbau.

Jemand findet dich.

Vielleicht über Google. Vielleicht über einen Blogartikel. Vielleicht über Instagram. Vielleicht über einen Podcast, in dem dein Name fällt. Der Kanal ist nicht egal, aber er ist auch nicht der Kern.

Der Kern ist: Es gibt überhaupt Orte, an denen Menschen auf dich stoßen können, ohne schon in deinem Netzwerk zu sein.

Wenn es diese Orte nicht gibt, bist du für alle außerhalb deiner bestehenden Kontakte praktisch unsichtbar. Nicht weil dein Angebot schlecht ist. Sondern weil niemand zufällig darüber stolpert.

Dann bleibt jemand.

Und hier wird es interessant, weil genau diese Stufe oft fehlt.

Eine Person findet dich und denkt: Klingt gut. Interessant. Merke ich mir.

Nur merkt sie es sich meistens nicht.

Weil ihr Alltag weitergeht. Weil sie gerade nicht bereit ist zu buchen. Weil sie noch vergleichen will. Weil sie deine Website schließt und drei Minuten später eine E-Mail, ein Kind, ein Meeting oder ein sehr dringender Paketbote dazwischenkommt.

Wenn du keinen Anker anbietest, verschwindest du wieder.

Ein Newsletter kann so ein Anker sein. Ein Blog auch. Manchmal auch ein Podcast oder ein klarer Instagram-Auftritt. Irgendein Ort, an dem eine interessierte Person bleiben kann, bis aus Interesse Bedarf wird.

Und irgendwann bucht jemand.

Dann braucht es eine Angebotsseite, die nicht plötzlich alles verkompliziert. Eine Seite, auf der klar wird, was du anbietest, für wen es gedacht ist, wie die Zusammenarbeit aussieht und was der nächste Schritt ist.

Klingt banal.

Ist es aber oft nicht.

Viele Menschen verlieren Anfragen nicht, weil ihr Angebot zu schlecht ist. Sie verlieren sie, weil der Weg dorthin zu viele Lücken hat.

Die Mitte wird am häufigsten vergessen

Viele Selbstständige haben Anfang und Ende.

Sie haben eine Website. Vielleicht auch Instagram. Und sie haben ein Angebot.

Aber dazwischen ist nichts.

Jemand kommt auf die Website, findet es interessant, ist aber gerade noch nicht bereit. Und dann? Dann müsste diese Person selbst daran denken, wiederzukommen.

Macht fast niemand.

Weil Menschen beschäftigt sind. Weil sie nicht den ganzen Tag liebevoll an unsere Angebotsseiten denken. Leider.

Genau deshalb ist die Mitte so wichtig.

Die Mitte ist der Raum zwischen erstem Kontakt und Anfrage. Der Raum, in dem Vertrauen entsteht. Der Raum, in dem jemand dich besser versteht, deine Art zu arbeiten kennenlernt und innerlich immer wieder denkt: Ja, das passt.

Wenn diese Mitte fehlt, muss deine Website beim ersten Besuch alles schaffen.

Sie muss erklären, überzeugen, Vertrauen aufbauen und direkt zur Anfrage führen. Das ist ziemlich viel verlangt von einer Seite, auf die jemand vielleicht abends um 22:43 Uhr schaut, während nebenbei noch acht Tabs offen sind.

Ein guter Weg nimmt diesen Druck raus.

Nicht, indem er Menschen künstlich warmhält. Sondern indem er ihnen die Möglichkeit gibt, dranzubleiben.

Eine Angebotsseite ist kein Labyrinth

Die zweite große Lücke liegt oft am Ende.

Die Person kennt dich. Sie hat ein paar Texte gelesen. Vielleicht deinen Newsletter abonniert. Vielleicht deine Arbeit schon länger verfolgt. Sie ist nicht mehr komplett kalt. Sie ist fast bereit.

Und dann landet sie auf einer Angebotsseite, die mehr Fragen aufwirft als beantwortet.

Was genau bekomme ich?
Für wen ist das gedacht?
Wie läuft das ab?
Was kostet es?
Was passiert, wenn ich anfrage?
Bin ich dafür zu früh, zu spät, zu klein, zu groß, zu kompliziert?

Wenn deine Angebotsseite diese Fragen nicht klärt, muss die Person zu viel selbst ergänzen.

Und Menschen ergänzen selten zu deinen Gunsten.

Sie schließen die Seite. Sie nehmen sich vor, später nochmal zu schauen. Sie fragen nicht an.

Nicht unbedingt, weil sie kein Interesse hatten. Sondern weil der nächste Schritt zu undeutlich war.

Eine gute Angebotsseite verkauft nicht aggressiv. Sie räumt auf.

Sie nimmt die Fragen ernst, die jemand vor einer Anfrage hat. Sie zeigt, was Sache ist. Sie macht den nächsten Schritt sichtbar.

Das ist manipulativ. Das ist Respekt vor der Zeit und Unsicherheit der Person, die gerade überlegt, ob sie mit dir arbeiten will.

Funnel-Denken muss nicht schleimig sein

Ich glaube, viele Selbstständige lehnen Funnel nicht ab, weil sie grundsätzlich schlecht über Marketing denken.

Sie lehnen ab, was sie mit Funnels verbinden.

Druck. Knappheit. „Nur noch 3 Plätze“. E-Mails, die mit „Hey du“ anfangen und sich trotzdem anfühlen, als hätte sie ein Verkaufsroboter mit sehr weißen Zähnen geschrieben.

Versteh ich.

Aber daraus zu schließen, dass man gar keinen Weg braucht, ist die falsche Konsequenz.

Zwischen aggressivem Funnel-Marketing und „Ich hoffe, die richtigen Menschen finden schon irgendwie zu mir“ liegt ziemlich viel Raum.

Und in diesem Raum kann man sehr sauber arbeiten.

Du kannst sichtbar sein, ohne laut zu werden.
Du kannst nächste Schritte anbieten, ohne zu drängen.
Du kannst Menschen führen, ohne sie zu manipulieren.
Du kannst klar verkaufen, ohne dich dabei zu verbiegen.

Der Unterschied liegt in der Haltung.

Willst du jemanden durch ein System drücken?

Oder willst du den Weg so klar machen, dass eine passende Person ihn gehen kann, ohne ständig zu stolpern?

Schau dir den echten Weg an

Der einfachste Anfang ist nicht irgendein Funnel-Template.

Der einfachste Anfang ist deine letzte Kundin.

Wie ist sie zu dir gekommen?
Wo hat sie dich zum ersten Mal gesehen?
Was hat sie danach gelesen, gehört oder angeschaut?
Wie lange hat es gedauert, bis sie angefragt hat?
Was hat ihr geholfen, Vertrauen zu fassen?
Wo hätte sie fast abbrechen können?

Mach das nicht nur für eine Kundin. Schau dir drei oder vier an.

Dann erkennst du meistens ein Muster.

Vielleicht kommen viele über Empfehlungen, lesen dann aber zuerst deine Website. Vielleicht folgen sie dir schon lange auf Instagram, buchen aber erst nach einem Newsletter. Vielleicht finden sie dich über einen Blogartikel und brauchen dann eine klare Angebotsseite, um zu verstehen, ob sie richtig sind.

In diesem Muster steckt dein Weg.

Nicht der perfekte Weg aus irgendeinem Marketingkurs. Dein echter.

Und den kannst du bewusster gestalten.

Oft fehlt nur ein nächster Schritt

Manchmal muss man gar nicht alles umbauen.

Manchmal reicht es, eine Lücke zu schließen.

Ein Newsletter-Formular an einer Stelle, an der interessierte Menschen gerade innerlich nicken.
Ein Blogartikel, der eine Frage beantwortet, die deine Kundinnen vor der Anfrage oft haben.
Eine Angebotsseite, die klarer sagt, für wen dein Angebot gedacht ist.
Ein Call-to-Action, der nicht nach Verkaufsdruck klingt, aber trotzdem zeigt, was jetzt möglich ist.
Eine Startseite, die nicht nur schön aussieht, sondern Orientierung gibt.

Kleine Dinge.

Aber kleine Dinge, die aus losen Berührungspunkten einen Weg machen.

Und genau darum geht es.

Nicht darum, ein kompliziertes System zu bauen, das nachts um drei für dich verkauft, während du schläfst. Auch wenn das im Internet gern sehr dramatisch versprochen wird.

Es geht darum, dass jemand, der zu dir passt, nicht raten muss, wie es weitergeht.

Erst die Richtung, dann der Weg

Ein Weg funktioniert nur, wenn klar ist, wohin er führt.

Das ist der Teil, der gern übersprungen wird.

Man baut einen Newsletter, bevor klar ist, wofür man eigentlich stehen will. Man schreibt Blogartikel, bevor klar ist, welche Fragen man wirklich beantworten möchte. Man gestaltet eine Angebotsseite, bevor klar ist, wer genau sich angesprochen fühlen soll.

Dann entsteht zwar Marketing. Aber keine Führung.

Ein guter Weg braucht eine klare Positionierung.

Nicht als schickes Strategie-Wort, sondern ganz praktisch: Wer soll dich finden? Was soll diese Person verstehen? Welche Unsicherheit nimmst du ihr? Welche Entscheidung machst du leichter? Und warum bist du die richtige Person dafür?

Wenn diese Fragen wackeln, wird auch der beste Funnel nur ein hübsch beschrifteter Umweg.

Da würde ich ansetzen.

Wenn du merkst, dass dein Weg gerade Lücken hat und du nicht sicher bist, wo Menschen eigentlich verloren gehen, fängt die Arbeit nicht bei einem Funnel an.

Sie fängt bei Klarheit an.

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Hi, ich bin Sophie.

Hi, ich bin Sophie.

Ich bin Brand- und Webdesignerin und helfe selbstständigen Frauen dabei, eine Marke aufzubauen, die klar ist, nach ihnen klingt und auch mit KI unverwechselbar bleibt. Mit Strategie, Sprache und Design, die zusammengehören.

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Und wo steht deine Marke?
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